Geschichte

 

Der erste Vorstand unter seinem Präsidenten Rudolf Burger traf sich zu seiner ersten Vorstandssitzung am 30. Januar 1892 und bereits am darauffolgenden Sonntag, dem 31. Januar, fand in der Herberge in Teufenthal die erste Versammlung statt. Zu den 14 notierten Gründungsmitgliedern wurden bereits 7 weitere Reiter als Aktivmitglieder aufgenommen. An dieser Zusammenkunft besprach man auch schon die vom Präsidenten entworfenen Statuten und man unterhielt sich über eine einheitliche Kopfbedeckung, eine Reitermütze. Man setzte sich zum Ziel, eifrig zu reiten, weshalb bereits am 14. Februar die erste offizielle Reitübung stattfand, die gleichzeitig mit einer Versammlung verbunden war und an der mit Reitverein Wynental der Name endgültig festgelegt wurde.

 

Der junge Verein war von Anfang an äusserst aktiv. Schon in Juni des Gründungsjahres diskutierte man, ob man eventuell einen ein- oder zweitägigen Ritt machen wolle. Man entschied sich für den zweitägigen. Es wurde auch viel Wert auf Kameradschaft und Geselligkeit gelegt. Und dass sie allesamt einen guten Schluck hatten und gerne „Eines zogen“ geht aus dem Protokoll hervor, das besagt: Jedes Mitglied, das, sei es zum ersten oder zweiten Mal, in den heiligen Ehestand tritt, bezahlt an den Reitverein eine Spende bis zu 50 Lt. commentmässigen Stoffes; ebenso dasjenige Mitglied, dem die erste Geburt einen Knaben beschert. Dies beschlossen am 30. Juli 1892 im Gasthof Heuberger zu Bözen.

 

Besondere Erwähnung aus den Gründungsjahren verdient bestimmt der dreitägige Ritt über Grimsel und Furka. Die Route führte am ersten Tag aus dem Wynental über Beromünster nach Luzern, Lungern über Brünig nach Innertkirchen. Man war von 02.30 Uhr bis 17.00 Uhr unterwegs. Tagwache war am zweiten Tag um 01.30 Uhr; abgeritten wurde bereits eine Stunde später. Es wurde passiert: Grimsel-Gletsch-Furka-Realp mit Ankunft in Andermatt um 17.30 Uhr. Das letzte Teilstück schliesslich führte über Erstfeld – hier wurde bis Luzern verladen - Luzern ins Wynental. Dieser denkwürdige Ritt hat den damaligen Waffenchef der Kavallerie, Oberst Ulrich Wille, den späteren General, sehr beeindruckt. Er verlangte vom Vereinspräsident und Leiter darüber einen ausführlichen Bericht. In einem persönlichen Schreiben, das in den Akten des RV aufbewahrt ist, dankte er für die Durchführung und Organisation dieses Anlasses und sprach den Reitern seine volle Anerkennung aus. Diese Leistung von Pferd und Reiter vermag uns auch heute noch in Erstaunen zu versetzen.

 

Bei einem 4-tägigen Ritt im Jahre 1897 wagte man sich gar über die Landesgrenze hinaus. Man eroberte Freiburg im Breisgau. Einen weiteren 4-tägigen verhinderte im Jahre 1900 „Bern“. Geplant war eine Reise ins Bündnerland: Fahrt per Bahn bis Bellizona, dann über den San Bernardino – Splügen – Chiavenna – Bergell – St.Moritz – La Ponte – Albula – Chur und von da wieder mit der Bahn nach Hause. Aber eben, die Herren in Bern lehnten ein Gesuch für Transportgutscheine für die beiden Bahntransporte ab, weshalb dann das Unterfangen abgeblasen werden musste.
Der Verein führte von Anfang an eine Kasse. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Feststellung aus dem Jahre 1900: „Mit Recht werden die Leistungen des unübermüdlichen Kassiers verdankt, da die Ausgaben nicht einen einzigen Posten aufweisen."

 

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