Geschichte

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Um Mann und Pferd im Training zu behalten, wurde alle Monate eine obligatorische Reitübung in Form eines kleineren oder grösseren Strassenrittes durchgeführt. Einmal allerdings soll das Wetter doch zu „strub“ gewesen sein. Schnee und Glatteis veranlassten die Reiter in Zetzwil einen angefangenen Ritt zu unterbrechen; die Zeit sei dann mit „Bänklen“ und „Spitzöderle“ vertrieben worden. Beim Sichten alter Protokolle fallen Berichte über die Reisetätigkeit auf, deshalb wollen wir nochmals den Chronisten zu Wort kommen lassen: Man schrieb das Jahr 1905. Man begab sich auf einen 4-tägigen Ritt und zwar führte die Strecke über Entlebuch – Flüeli – Kemmeriboden Bad - Interlaken – Grindelwald – Faulhorn – Meiringen – Luzern – Menziken. Der Berichterstatter weiss, dass im Einzugsgebiet des Faulhorns gar ein Bergführer in Anspruch genommen werden musste. An der Stelle sei es den Reisenden kalt und warm geworden, denn der Pfad führte einem steilen Hang entlang, ca. 300 Meter tief hinunter und bergseits eine Wand. Bremsen und Fliegen waren zu dieser Zeit sehr emsig und man atmete erleichtert auf, als man die gefährliche Stelle passiert hatte.

 

Im Jahre 1909 bildete sich unter dem Namen „Reitbahn-Gesellschaft  Wynen- und Seetal„ ein Verein, um im Interesse richtiger und zweckmässiger Ausbildung von Reiter und Pferd, eine Reitbahn zu erstellen. Dieses Gründungsziel wurde denn auch sehr bald erreicht, fand doch in der neu erstellten Reithalle bereits am 22. August 1910 eine feudale Reitervorstellung vor einem grossen Publikum statt. Hier wäre noch zu erwähnen, dass damals nur die obere Tribüne bestand; die untere wurde erst später noch eingebaut. Es macht den Anschein, als seien die Mitglieder des Reitvereins vom Nutzen dieser Reithalle nicht gerade überzeugt gewesen. Die erste eigentliche Reitbahnübung unter Leitung eines Ausbildners fand erst am 16. Juni 1912 statt. Manch einer hat seither in dieser 100-jährigen, 16 x 32 m messenden Reithalle seine reiterliche Ausbildung erhalten und gelernt mit seinem treuen und edlen Vierbeiner umzugehen. Im Jahre 1989 erhielt der Verein die Gelegenheit die Halle von der bisherigen Besitzerin käuflich zu erwerben. Es ist uns ein Bedürfnis, den Gesellschaftern, welche diesen Handwechsel ermöglicht haben, nochmals ein herzliches Dankeschön auszusprechen.

 

Am Sonntag, 17. Oktober 1915 nachmittags um 13.30 Uhr führte der Reitverein auf der "Ribimatte„ in Reinach die erste Springkonkurrenz durch. Wie aus den Protokollen zu lesen ist,  traten zu dieser Springprüfung 24 Herren mit ihren Dienstpferden an. Mit 10 ganz respektablen Hindernissen wie z.B. Hürde, Holzstoss, Gartenhecke, Koppelrick, Mauer, Oxer, Fassbarrikade usw. war der Springplatz überbaut. Anzufügen wäre noch, dass in der Mitte des Sportplatzes eine hübsch dekorierte Richtertribüne stand. Die Jury bestand aus 12 Herren und der Präsident verfügte über die Reihenfolge der Reiter und hob speziell hervor „nicht Haudern sondern ruhig Tempo reiten.“ Laut Berichterstatter seien recht freundliche Leistungen an den Tag gelegt worden: Gut im Sattel sitzende Reiter auf flotten Springpferden. Allen bot sich der Anblick eines reich mit Ehrengaben geschmückten Gabentisches. Hei, wie glänzten da die Augen der jungen Kavalleristen, dass ihnen nach getaner Arbeit noch eine von wohlwollender Hand gespendete Ehrengabe winkte. Die Zeit vom Sieger bis zum Letzt-Platzierten  variierte von 1.17 Min. bis 3.45 Min. Soweit ein Auszug aus dem Bericht über den ersten Concours Hippique in Reinach. Seither hat der Reitverein viele solcher Anlässe organisiert und den Reitern damit die Gelegenheit geboten, sich im Pferdesport zu betätigen.

 

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